E-Day 2016: Unser Recap

Wir haben den E-Day 2016 der Wirtschaftskammer Österreich in Wien besucht. Da unser Hauptgeschäft mittlerweile im eCommerce Bereich liegt, ist diese Veranstaltung für uns natürlich von großem Interesse. Nachfolgend findet man eine kurze Zusammenfassung zu unseren Eindrücken dazu. Ab 09.03. werden alle Vorträge der Speaker als Video on Demand hier bereitgestellt. 

Einige Geschäftsmodelle der Black Hat Hacker

  • Spamversand
  • Fehlinformation
  • DDOS Attacken
  • “Pharmashop” Angriffe

Zum großen Problem wurden Cyber-Attacken durch die Verbreitung von Open Source-Software, wie Wordpress, Typo3 oder Joomla. 89% aller Websites werden durch unzureichende Updates zu potentiellen Zielen für Cyber-Attacken.

Zu den verbreitetsten Geschäftsmodellen von Hackern gehört die Übernahme von Webservern, zum gezielten Versand von Spam Emails. Dazu platzieren die Angreifer einfach schadhaften Code auf dem Server, der dann automatisiert die Spam Emails versendet. Ist der Webserver einer Firma erst einmal infiziert, ist es schwierig diesen wieder zu bereinigen.

Gezielte Fehlinformation durch Kapern von Social Media Accounts kommt ebenfalls immer häufiger vor. Diese Attacke trachtet danach ein Unternehmen gezielt dadurch zu schädigen.

DDOS-Attacken (DDOS = Distributed Denial of Service) sind eine effektive und brutale Form die Website eines Konkurrenten oder Widersachers auszuschalten. Hierbei werden einfach ständig Anfragen an den Server geschickt - vollkommen automatisiert - bis dieser unter der Last zusammenbricht. Diese Attacken sind relativ “kostengünstig” zu haben bei Hackern.

Die s.g “Pharmashop” Angriffe platzieren durch diese Sicherheitslücken einfach automatisiert Schadcode auf einer unsicheren Website und führen diesen aus. Ein gängiger Trick ist einfach nur dann den Schadcode auszuführen, wenn der Nutzer über eine Google Suche kommt und nicht wenn die Website direkt per URL-Eingabe im Browser geöffnet wird. So kann der Websitenbetreiber oft Wochenlang nichts von dem Hack mitbekommen, wenn er oder seine Mitarbeiter die eigene Website immer nur per direkter Eingabe der URL aufrufen.

Aussenwirtschaftscenter Silicon Valley Bericht zu Cyber-Security

Gründe für die wachsende Cyber-Security Branche in den USA sind unter anderem:

  • Misstrauen in die Regierung nach NSA-Skandalen um Edward Snowden
  • Alte Infrastruktur die leicht angreifbar ist
  • Internet of Things wird die Notwendigkeit von Cyber-Security Lösungen noch vergrößern und den Markt umwälzen - so die Experten am eDay

Die 10 größten Cyber-Security Startups haben bereits jetzt einen Gesamtwert von 11 mrd. US $, an einigen dieser Startups sind bereits jetzt namhafte Investoren des Silicon Valleys beteiligt. Das wird wohl zusätzlich nochmal für das Wachstum dieser Firmen sorgen.

Die US Homeland Security betreibt ein eigenes Center für die Evaluierung von Cyber-Security Technologien zur Nutzung für die nationale Sicherheit.

Empfehlung der Experten am E-Day: Unternehmen sollten auf Attacken jederzeit vorbereitet sein und ihre Systeme so sicher wie möglich halten. Dazu zählen regelmäßige Backups und Updates sowie sichere Passwörter. Budgets für Sicherheit sollten niemals zu gering kalkuliert werden. Das Bewusstsein bei den Unternehmen ist in Österreich noch nicht so wirklich da, wenn es um das Thema Cyber-Security geht. So zumindest der Tenor bei den Cyber-Security Profis.

Das Bewusstsein in den USA und Israel im Bezug auf Cyber-Security ist wesentlich größer, dementsprechend höher sind die Budgets für Lösungen auf diesen Märkten.

Wirtschaft im Wandel

Google Thorsten Koch spricht über die digitale Transformation unserer Welt. Desruptive Geschäftsmodelle werden alle Branchen erfassen. 3 Mrd. Menschen online von 8 Mrd. Menschen bereits heute. Im Jahr 2020 wird eine Internet-Penetration von 100% erwartet. Das entspricht einem Markt von 8 Mrd zu diesem Zeitpunkt. Die digitale Transformation hat einen großen Einfluss auf alle Unternehmen. Unternehmen müssen Ihren digitalen Charakter finden. Digitale Kultur entwickeln. Kommunikation muss digital werden. Die Transformation muss auf allen Ebenen des Unternehmens erfolgen. Mitbewerber müssen sich mehr vernetzen. Branding und Marke müssen 100% digital sein.

Google Research hat ergeben, dass Unternehmen welche den Weg der digitalen Transformation gegangen sind, zum einen die Rentabiliät und zum anderen die Verkaufszahlen erhöht haben. Die digitale Präsentation ist heute genau so wichtig, wie die Qualität der Ware oder der angebotenen Dienstleistung.

Globales Denken muss stärker werden. Bewusstsein für Sicherheit muss wachsen. Täglich werden sensible Daten über alle Geräte preisgegeben.

Fazit: Erfolgsgeheimnis von Firmen im Digitalen Zeitalter ist das digitale denken, diese Eigenschaft lässt sie den Wettbewerb gewinnen!

Christian Rupp, Sonderbeauftragter der WKO spricht über die Digitalisierung in Österreich und darüber wie eine Reform notwendig ist um die Herausforderungen zu stemmen welche die Digitalisierung mit sich bringt. Jeder kann beim Projekt digitalroadmap.at mitmachen und die Digitalisierung Österreichs mitbestimmen.

Isabella Mader spricht über die Sharing Economy und den Status Quo. Man soll im digitalen Zeitalter auf Netzwerke setzen. Der eigene Onlineshop ist schon mal gut, aber Kanäle sollten zusätzlich vermehrt neue erschlossen werden. (Anm.: Amazon, eBay, Rakuten, etc…) zur Steigerung der Bekanntheit der eigenen Marke bzw. der Firma.

Best Practice Online

Dr. Till Kreiler spricht über das managen der Unternehmensdaten im Internet und wie wichtig die Pflege der eigenen Daten ist. Stichwort: Sicherheit. Es könnte jemand anderer die eigene Unternehmensprofile auf Google beanspruchen, obwohl diese Person nicht der Inhaber ist. Der rechtmäßige Inhaber sollte also sein Unternehmen auf jeden Fall bei Google beanspruchen. Ohne Eintrag wird man nicht gefunden und hat demnach auch keine Kunden. Je besser die Daten gepflegt sind, desto besser die Auffindbarkeit des Unternehmens in der Google Suche.

All diese Dinge sind lt. Krill wichtig für die Steigerung der Conversion-Rate auf der eigenen Website. Zusätzlich sollte der Betreiber der Website dringend für die Experience der Kunden gestalten und die Website auf unterschiedliche (potentiell falsche) Suchanfragen optimieren.

Martin Mager von der Firma Mager Glas spricht über die Möglichkeit durch Bewertungen neue Kunden anzusprechen. Einst und jetzt war es eine sehr zuverlässige Möglichkeit neue Kunden zu gewinnen. Zufriedene Kunden sind im Internetzeitalter noch wichtiger für den Unternehmenserfolg geworden. 90% aller Benutzer lesen Onlinebewertungen, so die Ergebnisse von unabhängigen Marktforschungsinstituten.Vom Stellenwert her liegt die Onlinebewertung gleich hinter der persönlichen Empfehlung.

Der Experte empfiehlt vom schummeln bei Bewertungen abzulassen, denn der Konsument neigt dazu die Bewertungen als getäuscht wahrzunehmen wenn diese als unglaubwürdig erscheinen. Bewertungen sollten aktuell und nicht zu alt sein. Auf negative Bewertung sollte schnell und professionell sowie sachlich geantwortet werden. Natürlich können auch positive Bewertungen bearbeitet werden, wenn dazu Zeit ist. Kritische Bewertungen können sogar zu positiven Kundenerlebnissen und langfristigen Kundenbeziehungen werden, mit der richtigen Strategie.

Martin Mager empfiehlt den Einsatz von Bewertungskarten zur Bewertung, diese haben sich laut eigener Aussage bei Ihm im Einsatz bewährt.

Für seine Bewertungen nutzt er herold.at - seine Website hat er ebenfalls über Herold entwickeln lassen.

Susanne Liechtenecker von Liechtenecker GmbH spricht über Social Media zwischen den Extremen. Im Vortrag spricht Sie über die Wandlung von Social Media und präsentiert einige Zahlen. Früher haben Leute mehr privates gepostet. Heute ist Privatsphäre ein großes Thema und jeder achtet auf seinen digitalen “Brand”. Man steuert genau was man mit seinem Umfeld teilt, und in welchem Ausmaß das geschieht. Man wird zum eigenen kleinen online Medium.

Auf Nummer 4 einer Umfrage die Liechtenecker kürzlich durchgeführt hat kam Whatsapp, im Hinblick auf die Nutzung des Hauptkommunikationsmediums. Bei der jüngeren Generation liegt Whatsapp bereits auf der zweiten Stelle. Man hat viele verschiedene Messenger im Einsatz, alles geht in Richtung Privatsphäre so Liechtenecker. Leute konzentrieren sich auf verschiedene Gruppen / Themen mit Freundeskreisen oder Familien. Die Strategie der Messenger ist, in Richtung Plattform zu gehen und Services in die jeweiligen Messenger zu integrieren. Das könnten Produkte sein oder Dienstleistungen. Die Grenzen sind hier wohl nicht klar auszumachen. Verschiedene Services lassen sich relativ einfach in die jeweiligen Messenger integrieren.

Als letzte Speaker im Schwerpunkt sprechen Ben Ruschin und Harald Grabner von Vienna Digital und 123Consulting über den perfekten Kundenservice durch Marketingautomatisierung. Nach Ansicht den beiden geht es um eine automatisierte Marketingstrategie, damit man kanalübergreifend zur richtigen Zeit die richtigen Informationen an die richtigen Zielgruppen ausliefern kann. Kanalübergreifende digitale Kommunikation für den Nutzen des Kunden und die Steigerung des Kundenservice.

Die beiden sprechen über alte Unternehmen und dass deren Strukturen zusammenbrechen. Von den Firmen die in den 1970er Jahren Groß waren gibt es heute nur mehr 12%. Die Auswertung vom Kaufverhalten und den Interessen der Kunden, liefert heute effektivere Möglichkeiten für Handelsunternehmen. All diese Daten liefern die nötige Grundlage für Marketing Automation.

Es empfiehlt sich (wie bereits von Google Experten empfohlen) die eigene Präsenz Kanalübergreifend zu optimieren und eine Software zu nutzen um alle Aktivitäten zu steuern.

Fazit

Sehr spannende Vorträge zum Thema Cyber-Security und digitale Transformation haben wir uns am E-Day 2016 der Wirtschaftskammern Österreich angehört. Leider konnten wir nicht alle Vorträge wahrnehmen. Unser Beitrag reflektiert immer nur einzelne Punkte der jeweiligen Vortragenden und erhebt keinen Anspruch auf Korrektheit oder Vollständigkeit. Wir hoffen es ist für alle erwähnten Personen und Unternehmen in Ordnung, dass wir Sie im Beitrag namentlich gelistet haben. Die Vorträge wurden alle als Live-Stream angeboten. Ab dem 09.03.2016 sind die Vorträge als Video on Demand hier verfügbar. Wir werden den Link - sobald er freigeschalten ist - hier posten. Die Vorträge sind grundsätzlich für jeden interessant, denn die Themen Cyber-Security und digitale Transformation werden mittelfristig uns alle betreffen.

Wir freuen uns bereits auf den nächsten E-Day!

Tags: E-Day, WKO, crossvac

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.